Knarzende Stiegen, quietschende Türen, ein summender Kühlschrank, Jalousien, die im Wind gegen die Fenster klatschen, tropfende Wasserhähne, rauschende Heizkörper, kaputte Glühbirnen und Schatten, die sich auf einmal bewegen. Welch unheimliche Geräusche ein Haus so macht, wird einem erst bewusst, wenn man ganz alleine zuhause ist, in der Nacht, in der Dunkelheit. 10 Tage und Nächte habe ich alleine das Haus gehütet, da meine Eltern Urlaub in Paris und Strassbourg gemacht haben. Es war ja nicht das erste Mal, dass ich alleine war. Aber für so einen langen Zeitraum, hatte ich noch nie sturmfrei! Ich bin kein Angsthase, dennoch vermeide ich es im Normalfall in der Nacht in den Keller zu gehen, da sich ja vllt. doch ein psychopathischer Serienkiller gerade über unsere Essensvorräte hermacht und mich in seinem Blutrausch skalpiert und mich mit unserem WC-Papier-Vorrat ausstopft (ich sollte wirklich weniger Krimiserien sehen). Ich schalte nachts auch generell das Licht ein, wenn ich doch nochmal ins Badezimmer muss, denn die Schatten, die von unten herauf kommen, bewegen sich einfach zu viel (vllt. hat sich der Serienkiller ja auch entschlossen auf unserer Couch zu schlafen...). Dies sind meiner Meinung nach keine ernstzunehmenden Angstzustände, ich habe also durchaus kein Problem damit alleine zuhause zu bleiben. Im Gegenteil. Ich genieße diese Zeit immer, da alles mir alleine gehört. Dennoch, waren die letzten beiden Wochen nicht ganz so einfach, da manche Geräusch doch etwas eigenartig waren. Leider hat mein Kater nicht gerade dazu beigetragen, die Situtation zu entschärfen. Im Gegenteil. Der Arme ist sogar noch schreckhafter als ich - und so absolut überhaupt nicht heldenhaft. Läutet es an der Tür, läuft er schnurstracks zurück zu seinem Bären und versteckt sich... Wie dem auch sei, am Freitag war ich dann wirklich froh, dass ich meine Eltern abholen konnte und die Nächte nicht mehr alleine zuhause war und sich die blutunterlaufenen Augen, die zähnfletschenden Fratzen und die erschreckend riesigen Schatten im Zimmer meines Bruders als meine alten Stofftiere herausstellten ...
Sonntag, Juni 27, 2010
Samstag, Mai 08, 2010
Zweitwohnsitz
Seit Wochen rätseln wir, wo unser Kater nachts schläft oder sich herumtreibt wenn er nicht rechtzeitig nachhause kommt. Gestern wurden wir aufgeklärt: eine Nachbarin meinte, dass unser Kater ein ganz ein Braver wäre (ähem, unsere Katze???). Meine Mama hat dann gefragt wieso, und da meinte unsere Nachbarin, dass er sich so brav bei ihr im Haus benimmt. Hä? Ja, der Gute geht nämlich mit ihrem Kater immer auf die Jagd und da sie eine Katzenklappe in den Keller hat, geht unser Kater mit dem anderen immer mithinein und legt sich anscheinend dort aufs Ohr für ein paar Stunden ... Ob er auch dort frisst, weiß sie jedoch nicht. Naja, wenigstens wissen wir jetzt, wer auf unsere Mücke aufpassen kann, wenn wir im Oktober nach Rom fahren.
Samstag, Mai 01, 2010
Hasenjagd
Diese Woche hat sich mein Kater selbst übertroffen: er hat ein totes Kaninchen mit nachhause gebracht. Ja, meine Mama war auch ziemlich schockiert als er mit dem Teil ankam. Vor lauter Panik, dass meine Mama ihm das Stück wegnimmt, hat er es in den Regenschacht geworfen um auch in der Nacht noch davon speisen zu können. Hatte er voher gerade mal 3,5 kg, bringt er nach diesem selbsterlegten Mahl fast 4 kg auf die Waage. Im Nachhinein denk ich mir, ich hätt ihn vielleicht doch nicht so durch die Wohnung jagen sollen und mit ihm so wild mit dem Ball spielen sollen ...
Sonntag, April 25, 2010
Plan B hat nicht funktioniert
Im 1. Semenster meiner Maturaschule war ich sehr motiviert was die Fächer Rechnungswesen und Controlling anging, deshalb war Plan A: lernen, verstehen und anwenden. Während des 2. Semesters stellte ich fest, dass das nicht funktioniert. Somit trat Plan B in Kraft: so gut wie möglich lernen, verstehen und anwenden - bis ich die Matura habe und dann vergesse ich alles (sollte ich mir etwas gemerkt habe) und wende es nicht an (was nicht schwer war, ich hatte mir nichts gemerkt). So habe ich also die nächsten vier Jahre verbracht. Immer soviel gelernt wie notwendig um das Jahr abschließen zu können und meine Lehrerin nicht allzu sehr aufzuregen. Das funktionierte wirklich gut. Bis ich mein Studium begann. Da stand auf einmal ebenfalls Controlling am Stundenplan. Zu meinem Erstaunen hatte ich mir sogar etwas gemerkt von meiner vorherigen Ausbildung. Jedoch, wendete ich auch hier wieder Plan B an - es hat wieder funktioniert. Und hier bin ich nun: 7 Jahre nach meiner Matura und 2 Jahre nach meinem Studiumabschluss und was ist nun? Ein paar Rechnungswesen und Controlling-Kenntnisse wären nicht so schlecht. Wieso? Ich hatte vergangene Woche ein offizielles Controlling-Gespräch zwecks des BIB-Budgets. Da wurde diskutiert und hin und her verhandelt und geschoben, dass sich die Balken bogen! Eine Situation die ich seit über 10 Jahre versuche zu vermeiden. Tja, da war er nun, der Tag, vor dem mich meine Rechnungswesen-Lehrerin gewarnt hatte. Der Tag, an dem ich mir wünschen würde, ich hätte mehr als nur das aller aller notwendigste getan um gerade so noch durchzukommen. Was soll ich sagen? Dass sie Recht hatte? Ja, hatte sie. Ich wünschte mir dies tatsächlich - leider wünsche ich mir viel, wenn der Tag lang ist. Und dieser Wunsch stand sicher nicht ganz oben auf meiner Liste. Davon mal abgesehen, hab ich mehr mitbekommen in den fünf Jahren als sie gedacht hat (ich bin ein Meister im verbergen meines geheimen Rechnungswesen-Wissens), denn zu meinem - und ganz sicher zur ihrem - Erstaunen hab ich mich nicht gänzlich blamiert und habe sogar beinahe 100% von dem verstanden, worüber wir gesprochen haben. Somit hat Plan B also zumindest halbwegs funktioniert...
Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob auch jemals der Tag kommt, vor dem mich meine Turn-Lehrerin gewarnt hat: der Tag, an dem es notwendig sein wird, einen Hüftaufschwund zu vollziehen um mein Leben vor einem T-Rex zu retten (wie in Jurassic Park Teil 3) ...
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