Montag, Juni 06, 2011

Selektives Lesen ...

... will gelernt sein. Und so wie es aussieht beherrschen knapp 90% unserer Bibliotheksbesucher diese Fähigkeit nicht. Sie lesen nur das, was sie sehen wollen. Wenn an der Türe also Öffnungszeiten hängen, lesen sie lediglich: Montag, von 09.00 - 14.00 Uhr geöffnet. Dann reißen sie die Türe auf und sind verwundert, dass die BIB voll ist und auch das BIB-Team anwesend sind - um 18.50 Uhr. Schließt ihr heute nicht um 14 Uhr??? Nein, wie immer erst um 21.00 Uhr. Ja, aber wieso steht das 14.00 Uhr? Das sind die Ferienöffnungszeiten.... Wie auch groß und deutlich am Anfang des besagten Zettels steht. Und auch nochmals am Ende ...

Sonntag, April 10, 2011

Die Bibliothek nach 21 Uhr

Vorige Woche habe ich das erste Mal Dienst bis 21 Uhr gemacht. Also auch Schlussdienst um diese für mich doch ungwöhnliche Zeit. Bis 19 Uhr waren die heiligen Hallen des Wissens noch mit brav lernenden Studierendeng überfällt. Schon langsam aber sicher war es dann nur mehr der harte Kern von ca. 20 Personen. Also kein Problem. Sie lassen mich in Ruhe, ich lasse sie ihn Ruhe. Dann wirds halb neun. Zeit, den Leutchen zu sagen, dass sie langsam aber sicher daran denken sollten, die BIB zu verlassen. Um 20.45 Uhr weise ich höflich aber bestimmt darauf hin, dass es Zeit wird. Um 20.55 werden noch die letzten Kopien angefertigt und um 21.02  Uhr  - ich bin wirklich erstaunt - verlässt der letzte Student die Bibliothek. Wie es sich für den Schlussdienst gehört, schalte ich die Drucker und die PCs ab, sammle Bücher ein und reihe sie richtig im Regal ein, schließe die Fenster und drehe nochmals eine Runde um sicher zugehen, dass sich kein fieser Serienmörder aus Criminal Minds hinter den Pflanzen versteckt. Keine Mörder. Also raus zum Portier. Ich hab noch zuviel Zeit um zum Zug zu gehen, und es ist doch etwas unheimlich hier. In der Nacht. Wenns draußen finster ist und ich alleine in der BIB bin. Mit dem Portier tausche ich - eigentlich zu meiner Belustigung - ein paar Horrorgeschichten aus. Er allerdings erzählt mir Horrorgeschichten von dem Gebäude. Naja. Ist ja nicht so schlimm. Irgendwann wirds dann Zeit um nochmals auf die Toilette zu gehen, welche sich im Keller befindet. Tagsüber schon kein angnehmer Platz. Aber nachts, nach Schauergeschichten??? Vorsichtshalber benütze ich das Behinderten-WC. Zum einen, weil dieses eindeutig sauberer ist als das normale Damen-WC - zum anderen weil ich mich da sicherer fühle. Dann gehts wieder ab in die BIB meine Sachen holen. O Mann. Da wär ich schon gleich vor Schreck gestorben. Ich bins ja gewohnt, dass es in Gebäuden knackt und knirscht, wenn alles abgeschalten ist. Aber hier hab ich da noch nie erlebt. Wenn die BIB auch klein und überschaubar ist ... für solche Geräusche zu so später Stund ist sie eindeutig zu groß und absolut nicht überschaubar. Und ich Genie hab auch noch das Licht ausgeschaltet - also nur die übliche Minimalbeleuchtung (welche auch eigentlich ausreicht). Ich husche also schnell um die Theke um meine Sachen zu holen und ... Und was? Nichts. Absolut nichts. Ich hab mich angezogen, meine Tasche geschnappt und bin hoch erhobenen Hauptes aus der BIB stolziert. Naja, nicht gerade stolziert. Aber zumindest nicht gerannt. ; )

Parkgaragen

Irgendwie scheinen Parkgaragen etwas gegen mich zu haben. Oder besser gesagt: die Säulen. Vor ein paar Jahren hat mich eine Säule beim rückwärts einparken ohne Warnung einfach angesprungen. Schaden: kaputtes Rücklicht und Kratzer im Lack. Vor zwei Wochen ist es mir dann wieder passiert: ganz darauf bedacht, das große, teure und offensichtlich neue Auto neben mir nicht zu beschädigen ... taucht aus dem Hinterhalt diese kleine fiese Säule auf... Schaden: Kratzer im Lack. 
Fazit: vllt. ist Parken im Freien doch sicherer für mein Auto und mich ...

Dienstag, März 01, 2011

Heute vor zwei Jahren ...

... hab ich meinen Dienst in der Bibliothek angetreten. Der 1. Tag in der neuen Arbeit. Ich hab mich mehr oder weniger gleich blamiert (auch wenns bis heute fast keiner wusste): ich konnte die Bibliothek nämlich nicht finden - ich musste doch tatsächlich den Portier fragen. Zu meiner Entschuldigung: die BIB ist wirklich sehr versteckt bei uns. Dann kam das gegenseitige Beschnuppern meiner Kollegin und mir. Nach den ersten Infos - verbal und schriftlich - gings dann mit der damaligen BIB-Leiterin auf zur Hausrunde. Um ehrlich zu sein: ich kann mich nicht mehr an vieles erinnern. Es waren viele Leute und ich dachte nur: o mein Gott, die merk ich mir niemals alle! Nach ca. 70 Mitarbeitern und 6. Stockwerken war ich wieder in der BIB, wo natürlich auch gleich die Studenten auf mich gelauert haben - wobei meine Kollegin in meinen ersten Tagen nicht soviel Hilfe meinerseits hatte, da ich mich einfach noch nicht auskannte. Soviele neue Sachen. Ein Wahnsinn. Ich hatte mich gerade halbwegs eingewöhnt, als mich meine Kollegin aufgrund eines Beinbruchs im Sommer alleine in der BIB lassen musste. Gottseidank war Sommer. Die Studenten waren gnädig (mehr oder weniger). Kaum hatte der Sommer angefangen, war schon wieder der Herbst da: Bibliothekarstag in Graz. Wieder neue Gesichter - dabei hatte ich mir erst so halbwegs einen kleinen Teil der Mitarbeiter gemerkt. Dann war auch schon wieder Weihnachten. Die Zeit vergeht einfach wie im Flug. Es kommt der Jänner. Riesenüberraschung: die BIB-Leiterin hört auf und ich bin die Nachfolge. Ich freue mich riesig, da ich  - und somit auch meine Kollegin - einfach mehr Handlungsfreiheit habe. Die ersten Neuerungen kommen auch schon: neue Kategorien, neue Datenbanken, neue BIB-Ordnung usw. usw. Die Besucheranzahl steigt rasant - die Bibliothek ist zu klein. Wieder neue Mitarbeiter. Einige verlassen uns. Unter anderem auch meine Kollegin. So kommts, dass ich im Sommer wieder - beinahe - alleine die BIB hüte. Die Inventur wird dieses Mal auch auf die Institute ausgedehnt. Das reinste Chaos dort. Aber ein Lichtblick am Ende des Tunnels: ein neuer Kollege ist gefunden. Er startet mit 01.09.2010. Der Semesteranfang ist sehr ruhig, was die Einschulung für den Kollegen einfacher macht. Aber es geht schon wieder weiter: Urlaub, Krankenstand, neue Datenbanken, der Budgetierungskrieg, Besprechungen, Außentermine, Schulungen, Zeitschriftenumstellung ... und es ist schon wieder Weihnachten. Wo bleibt die Zeit??? Der Jänner beginnt etwas ruhiger und zieht sich etwas. Die ersten Rechnungen trudeln ein, neue Kategorien werden gebildet. Mitarbeiter kommen. Mitarbeiter gehen. Und schon ist Februar. Die Besucherzahlen steigen rasant an. Die BIB MUSS einfach größer werden. Der Archtitekt plant bereits. Wir auch: neue Kategorien, die Einrichtung, neue Datenbanken, neue Bücher, neue Zeitschriften, mehr Geld. Und schon ist auch der Februar vorbei und ich sitze hier und tippe diesen elendslangen Eintrag, den du gerade liest. Warum ich das Bedürfnis hatte das alles aufzuschreiben? Weil ich mich heute daran erinnert habe, dass ich vor zwei Jahren Probleme hatte, die BIB zu finden. Den Weg zum Archiv musst man mir auch zweimal zeigen. Die Kollegen musste ich die ersten Monate immer nach dem Ausweis fragen, weil ich sie nicht gekannt habe. Und heute? Heute kenne ich die Wege - ich beschreibe sie den neuen Kollegen. Ich KENNE fast alle meine Kollegen. Diejenigen, die ich nicht wirklich kenne, sind fast nie da oder neu. Ich kenne sogar das Personal der Firma, die ebenfalls in unserem Haus untergebracht ist. Ich kann neuen Kollegen Tipps geben, wo sie was finden oder wen sie ansprechen können - auch die schon länger da sind, sind dankbar für solche Tipps. Die Kollegen, bei welchen ich meine Mittagspause verbringen, vermissen mich, wenn ich mal nen Tag nicht rüberkomme (nehm ich mal an, denn sie fragen immer wo ich war). Ich weiß Dinge (keine fiesen, naja, einige vllt. schon), von denen ich niemals dachte, dass ich sie wissen müsste und werde (manches interessiert mich aber auch einfach nicht). Und was mich einfach am meisten freut: auch wenn ich oft genug lästere und stänkere, aber mir gefällt mein Job. Auch wenn er manchmal verbesserungswürdig ist, hab ich doch Spaß daran und lerne - beinahe täglich - immer wieder etwas neues dazu. Wer hätte das gedacht? Hatte ich doch gar nicht vor, so lange dort zu verweilen ...
 
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